20/05/2026
Hallo!
Wir sind euch ja noch den Bericht vom zweiten Tag des Rock des Rautheim Festivals schuldig.
Und hier kommt er.
Der erste Tag war ja schon furios und ging mit Orden Ogan und ihrer fantastischen Show zu Ende.
Am heutigen Tag war zumindest schon einmal das Wetter ein wenig freundlicher und die Temperaturen um ein paar Grad höher.
Die Begleitumstände für einen tollen zweiten Festivaltag waren also bereits gegeben.
Los ging es auch schon pünktlich um 14 Uhr mit der ersten Band.
MH:LK Experience hieß diese Combo und man war gespannt, was uns da erwartete.
Der Lemmy-Hut auf dem Kopf des Sängers, der auch gleichzeitig einer der Gitarristen war, passte gut zum Opener, denn mit „Ace of Spades“ von Motörhead, wurde der Festivaltag eröffnet.
Das erste Raunen ging durch den Graben, denn der Schlagzeuger kam einigen doch bekannt vor.
Und nach dem ersten Song löste sich das Rätsel auch auf, denn am Schlagzeug saß Michel Holzen, dessen Onkel Marcel bei der Band Holzen spielt. Und so setzte sich auch der Bandname zusammen.
MH stand für Michel Holzen, LK für Leo Kuchmetzki (Sänger/Gitarrist) und das Experience stand für die beiden Väter der beiden Musiker, die jeweils die zweite Gitarre und den Bass besetzten. Der nächste Song „Symphony of Destruction“ von Megadeth war zwar wiederum ein Cover-Song, doch die Band hatte auch eigene Songs im Repertoire. Man kann einen Festivaltag auch schlechter starten, denn die Band schaffte es gleich von Anfang an, dass der Funke übersprang und die Besucher auf ihre Kosten kamen. Dies lag vermutlich auch an der sehr guten Performance auf der Bühne, die den ersten Applaus an diesem Tag erntete.
Danach kam die erste Band mit weiblichem Gesang an die Reihe, denn es war Zeit für Stereo Start aus Braunschweig.
Deutschsprachiger Indie-Rock war auf deren Flagge erkennbar und Sängerin Magdalena verzauberte mit Gesang und ihrer agilen Art die Besucher.
Fans dieser Musikrichtung kamen auf ihre Kosten, auch wenn Sie natürlich in einem ansonsten reinen Englischsprachigen und Metal-Mäßigem Line-up relativ allein auf weiter Flur standen. Dennoch heizten Sie die Menge weiter an und erfreuten die Menge. Ein guter Auftritt der Truppe, die bestimmt einige Fans dazugewinnen konnte.
Während am ersten Tag die Grailknights mit Superheldenkostümen und Umhängen das Festival verzauberten, kamen an diesem Tag Victorius an die Reihe, die ebenfalls futuristisch gekleidet, das Auge erfreuten. Gehüllt in goldenen Rüstungen mit unterschiedlichen Dinosaurieremblemen auf der Brust, trat die Band auf die Bühne.
Aber nicht nur optisch, sondern vor allem auch musikalisch ging es nach vorne, denn der Powermetal der Jungs war verdammt super.
Dinosaurier und Futuristik, ähnlich der Spielzeugserie „Dino Riders“ aus den 80ern. Das funktionierte! Und wie! Song wie „Total T-Rex Terror“ hinterließen keine Gefangenen und die Spielfreude der Band übertrug sich sofort auf die Menge vor der Bühne, die den Auftritt frenetisch abfeierten.
Nach kurzer Umbauphase, in der man für sein leibliches Wohl sorgen konnte oder natürlich an einen der anderen Stände Halt machen konnte, war Symphonic-Metal aus Schweden dran.
Eleine um die charismatische Sängerin Madeleine „Eleine“ Liljestam, enterte die Bühne und legte gleich wie ein Feuerwerk los. Die Performance der Band auf der Bühne ließ auch den letzten nicht mehr stillstehen. Nachdem die Besucher bereits durch die anderen Bands gut vorgewärmt wurden, lieferten Eleine einen energiegeladenen Auftritt, der viel durch das Zusammenspiel der Band untereinander und mit dem Publikum lebte.
Ein wirklich fantastischer Gig der Schweden, der die für Applaus, Jubel und einer Menge Pommesgabeln sorgte!
„Hellas!“ Könnte man bei der nächsten Band rufen, denn die griechische Power-Metal Band Firewind um Gitarrist Gus G. alias Kostas Karamitroudis, betrat die Bühne. Könnte man, wenn Sänger Henning Basse nicht aus Braunschweig wäre. Viele hatten auf den Auftritt gewartet, auch weil der Wechsel vom Sänger Herbie Langhans zum ehemaligen Sänger Henning neugierig machte.
Keine Kompromisse! Es wurde zu einem Abriss, denn die Herren auf der Bühne legten mit einem Metal-Feuerwerk los, die der charismatische Henning mit Gesten und Mimik, und vor allem mit einer kraftvollen Stimme, perfekt untermalte. Da war Feuer und Spielfreude drin und wenn nicht noch Bands kommen würden, hätte man hier auch schon glücklich und zufrieden abschließen können.
Aber soweit waren wir ja noch nicht. Da warteten ja noch zwei Perlen auf uns.
Und feurig ging es gleich auch weiter.
Die nächste Band, die reine Frauen-Power war, kam aus der Schweiz und trug den Namen Burning Witches!
Allein schon das Backdrop war sehenswert und als die Band auf die Bühne kam und loslegte wie die Feuerwehr, stand keiner mehr still.
Reinster Heavy-Metal mit leichten Power-Metal-Einschlägen, schüttelte die Besucher durch und es war ein Wirbeln auf der Bühne, dass einem schwindlig werden konnte.
Was für eine Energie! Was für ein Auftritt!
Wenn man sich die letzten Bands ansah, dann dachte man, da kann man nichts mehr draufsetzen. Weit gefehlt! Sängerin Laura lief wie ein Derwisch über die Bühne, aber auch alle, die nicht an einem Schlagzeug saßen, rissen so manchen Meter ab. Musikalisch war das einfach nur Top und es kamen alle auf ihre Kosten. Auf und vor der Bühne.
Ganz großes Kino!
Und irgendwie war es mittlerweile auch schon Abend geworden. Der Tag flog so schnell dahin, dass man gar nicht realisierte, dass wir mittlerweile schon beim Headliner waren.
Die Zeit rast immer so, wenn es schön ist. Ein gutes Zeichen also eigentlich, auch wenn es Tage gibt, die nie Enden sollten.
So wie heute und dennoch waren wir bei der letzten Band des Festivals angekommen.
Aber vorher, traten noch die Verantwortlichen des Festivals auf die Bühne, um in ihrem „Farewell“ einige Worte an die Besucher zu richten und den Helfern zu danken.
Weit über 550 ehrenamtliche Helfer und viele Förderer und Sponsoren, haben dazu beigetragen, dieses Festival zu realisieren.
Eine Wahnsinnsleistung! Aber dazu gleich mehr.
Jetzt widmen wir uns noch einmal dem musikalischen Treiben auf der Bühne.
Der Headliner war dran und mit Feuerschwanz wurde da eine Band gefunden, die für eine Wahnsinnsshow bekannt war. Und die Besucher sollten nicht enttäuscht werden.
Von der ersten Minute an hatten Prinz „Hodi“ Hodenherz alias Ben Metzner und Hauptmann Feuerschwanz alias Peter Henrici nebst Band die Menge im Griff. Bei Songs wie „Schubsetanz“ oder dem Cover von „Dragostea Din Tei“ stand nichts still und es wurde lauthals mitgesungen.
Zwischen Feuer und Seifenblasen, Tänzerinnen und Kostümen und einem fantastischen Bühnenbild, schufen die Musiker ein Gesamtbild, dass vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ein würdiger Festivalabschluss, der noch einmal die Kirsche auf der Sahne war.
Hammer!
Und so sah man auch ausschließlich glückliche, aber auch erschöpfte Gesichter, als der letzte Ton verklang und die Besucher sich langsam auf den Weg nach Hause machten.
Was für zwei Tage! Unglaublich!
Es war unser viertes Rock in Rautheim, das wir besuchen durften und wir spürten, dass es sich über die Zeit immer mehr eingespielt hat. Dass der Weg immer mehr gefestigt wurde und es darin gipfelte, dass das Rock in Rautheim 2026 zum ersten Mal ausverkauft war. Und dass eine Menge an Tickets für 2027 bereits vor Ort über den Tisch gingen.
Das Festival hat es sich verdient. Erarbeitet. Gelebt.
Das größte Rock-meets-Inklusion-Festival Deutschlands hat diesen Namen nicht umsonst.
Inklusion wird hier gelebt und man merkt und spürt das Herz, dass in diesem Festival schlägt und überall präsent ist.
So viele ehrenamtliche Helfer, die es geschafft haben, das Rock in Rautheim 2026 wieder zu einem Erfolg zu verhelfen, sind einfach der Wahnsinn!
Freundliche Gesichter, die alles für das Gelingen tun. Mit Herz und Schweiß.
Wir können uns nur bedanken!
Für zwei fantastische Tage, an denen wir dabei sein durften.
Bei Marco Spiller und Jonas Scheifele, bei dem gesamten Orga-Team, bei allen Helfern, der Crew, Security und allen die wir vergessen haben sollten. Vor, auf und hinter der Bühne und den Kulissen.
Ihr habt es verdient ausverkauft zu sein und wir wünschen euch noch viele tolle Festivals mit ausverkauften Haus bzw. Gelände!
Doch gibt es auch kritische Punkte und nicht nur Lob?
Vielleicht gibt es 2-3 Kleinigkeiten, die aber überhaupt nicht ins Gewicht fallen.
Und die garantiert von den Veranstaltern gesehen, bemerkt und im nächsten Jahr abgestellt werden.
Und vor allem wäre es Jammern auf sehr hohem Niveau.
Die Menschen, mit denen wir gesprochen haben, waren begeistert und glücklich. Das zählt!
Wir können euch dieses Festival nur ans Herz legen.
Nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu teuer, tolle Bands, tolle Menschen, ein tolles Konzept.
Was will man mehr!?
In diesem Sinne: Wir sehen uns beim Rock in Rautheim 2027!
Bis denn!
👋☺
Die Fotos vom zweiten Tag findet ihr in diesen beiden Gallerien:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.966430059471019&type=3
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.966444802802878&type=3
Rock in Rautheim
Marco Spiller
Stereo Start
Victorius
ELEINE
Firewind
Burning Witches
Feuerschwanz