29/07/2020
Meine Fotoserie zu Thema "Shutdown - Zu Hause bleiben" wurde für die- dieses Jahr leider nur digital stattfindende - Werkschau der HTW Berlin ausgewählt. Hier sind drei von sechs Bildern meiner Serie.
"Die Pandemie hat das Leben so wie wir es kennen komplett auf
den Kopf gestellt. Menschen sind verunsichert, wütend, erleben einen Kontrollverlust, haben Existenz- und Todesängste. Plötzlich fühlt sich das Leben an wie ein schlechter Katastrophenfilm, irgendwie surreal, die Zeit scheint kaum zu vergehen.
Die Isolation rückt das Ich und alles was damit zusammenhängt in den Fokus, doch irgendwie fehlt der klare Blick und der Mut sich diesem Ich zu stellen. Es scheint verzerrt und verschwommen.
Die Bilder kennzeichnen sich durch lange Belichtungszeiten und indirekte Aufnahmen über Reflektionen oder durch durchsichtige Gegenstände. Dadurch findet eine Entfremdung von der bisher wahrgenommenen Realität statt.
Das wiederkehrende Motiv in der Serie ist das Smartphone. In Zeiten der Selbstisolation hat es für mich eine noch bedeutendere Rolle als bisher schon eingenommen oder vielleicht viel eher seine ursprüngliche Bedeutung wiedererlangt.
Vor der Pandemie war das Smartphone für mich eher ein Symbol von Distanz und Zerstreuung, vor allem wenn man an Alltagsbilder denkt: Freunde und Familie sind beisammen, jeder starrt auf sein Display und scheint irgendwie ganz woanders zu sein. Verbundenheit und im Moment leben, wie viele propagieren, sieht anders aus.
Meine Einstellung hat sich mit den ersten Kontaktbeschränkungen schnell geändert. Ich telefoniere sehr viel häufiger mit Familie und Freunden, habe regelmäßig Video Calls und halte auch intensiver Kontakt zu Bekannten. Online trifft man sich, um ein wenig Normalität aufrechtzuerhalten. Wir treffen uns zum Rauchen, Wein trinken und Tanzen. Die persönliche Zerstreuung bleibt nachwievor essenziell, aber statt nur Distanz ist das Smartphone für mich inzwischen auch ein Symbol der Nähe.
Mein Smartphone ist die einzige Verbindung zur Außenwelt und deswegen mein ständiger Begleit