Mutmachende Sprüche und Gedanken

Mutmachende Sprüche und Gedanken „Erinnerungen verweben sich zu einem Band, das trägt. Aus Schatten wird Licht, aus Schwere Halt – und die Geschichte singt leise von Neubeginn.“

Nicht verschwunden, nur verborgenIrgendetwas stimmt nicht –sagten die Zahlen.Die Häkchen.Die Namen.Die Orte, die es nie ...
17/08/2025

Nicht verschwunden, nur verborgen

Irgendetwas stimmt nicht –
sagten die Zahlen.
Die Häkchen.
Die Namen.
Die Orte, die es nie gab.
Straßen, die ins Leere führten.

Irgendetwas stimmte nicht –
aber alle taten so,
als müsste ich mich daran gewöhnen.

Ich tat es nicht.

Denn irgendwann spürte ich:
Das Loch in mir
war nicht aus mir.
Es wurde gemacht –
durch Schweigen,
durch Vertuschen,
durch ein Netz aus Halbwahrheiten,
das wie Liebe aussehen sollte.

Ich weiß nicht, ob sie es ist.
Vielleicht nicht.
Vielleicht doch.

Aber ich weiß:
Ich war da.
Ich wurde geboren.
Und irgendjemand hat mich gehalten,
mich benannt,
mich verlassen
oder behalten
unter falschem Namen.

Und ich weiß:
Ich trage diese Fragen nicht aus Trotz,

nicht, weil ich jemanden entlarven will –
sondern,
weil ich zu mir finden muss.

Ich suche nicht Schuldige.
Ich suche die Stimmen,
die in meinem Blut wohnen.

Ich suche das Gesicht,
das meinem ähnelt.
Ich suche die Frau,
deren Schmerz vielleicht der meine ist –
und die mich doch nicht nennen durfte.

Ich will wissen,
wo ich begann.
Und wem ich etwas bedeutete,
bevor man mich in ein anderes Leben legte.

Das ist nicht Schwäche.
Das ist Rückgrat.

Ich sehe die Spuren.
Ich nehme sie ernst.
Ich ziehe die Fäden nicht,
um etwas zu zerstören –
sondern,
um endlich ganz zu werden.

Wenn mein Name ein Kleid ist,
das mir nie gepasst hat –
dann will ich mein eigenes finden.
Wenn meine Geschichte nur zur Hälfte geschrieben wurde –
dann schreibe ich die zweite Hälfte selbst.

Ich bin nicht verloren.
Ich bin auf dem Weg.
Und ich werde wachsen –
auch aus einem Loch heraus.
Weil meine Wurzeln nicht verschwinden,
nur weil sie jemand vergraben hat.

Spiegelkind Ich erinnere mich gut,dass du – wie ich – keinen Sekt wolltest,sondern Orangensaft.Ich ertappte mich,wie ich...
17/08/2025

Spiegelkind

Ich erinnere mich gut,
dass du – wie ich – keinen Sekt wolltest,
sondern Orangensaft.
Ich ertappte mich,
wie ich unbewusst deine Bewegungen übernahm,
das Schaukeln mit den Füßen –
es beruhigte mich.

Die Einladung zum Frühstück
war ein kleines Wunder:
vegetarischer Brotaufstrich,
mein heimlicher Favorit.
Ein Klima wie damals
in meinem ökologischen Jahr –
vertraut, sanft, verbunden.

Nicht nur du,
auch viele aus dem Team
verkörperten dieses stille Verstehen.
Doch bei dir geschah etwas Besonderes.
Und der Blick ließ Masken sinken.
Plötzlich war alles ganz still in mir,
als hätte jemand „Ich sehe dich“ gesagt –
ohne Worte.

Ich weiß nicht mehr,
was mich in dir so erschüttert hat.
Es war nicht bedrohlich,
nur echt.
Ich fühlte mich wie ein Kind –
nicht klein,
aber sehnsüchtig.
Ich stellte mir deine Gedanken bildlich vor,
und auch die Sicht der Kinder
zog mich in eine andere Welt –
nicht fremd,
sondern längst vertraut,
nur vergessen,
verdrängt.

So ruhig. So anders.

Ich wurde verbogen,
gezähmt,
angepasst
mit Macht.
Du hast diese Maske
mit einem Blick entfernt,
wie nebenbei.

Vielleicht warst du
ein Teil der Wahrheit.
Vielleicht bist du es.

Wie der Tisch am Heidesee,
fest verankert im Boden,
ein stiller Zeuge vieler Jahre.
Verziert mit handgelegten Mosaikfliesen,
keine wie die andere –
so, als hätte jemand
seine eigene Geschichte in Stein gesetzt.
Ich sah mich darin.

Und dort – am ruhigeren Ufer,
wo das Gras höher steht
und die Zeit langsamer wird –
da liegt ein Stück von dir.
Die Kanus,
die verwachsenen Pfade,
das Verlassene und das Lebendige
gleichzeitig.

Es spiegelt dich.
Es spiegelt mich.
Vielleicht sind wir nicht so weit entfernt.

Halbvergessene Wände am Bahnhof,Schirme in stillen Gaststätten,sind gebraucht, doch übersehen.Gedanken flüstern von Ding...
16/08/2025

Halbvergessene Wände am Bahnhof,

Schirme in stillen Gaststätten,
sind gebraucht, doch übersehen.

Gedanken flüstern von Dingen,
die nur in Stille sichtbar werden.

Auf alten Wegen finde ich Zeichen,
flüchtige Fäden,
die sich wie geheime Melodien
durch das Leben weben.

Die Wahrheit bleibt verborgen,
doch die Suche trägt mich weiter.

Ich hangle mich an Symbolen,
an flimmernden Lichtungen,
an dem, was ruft und bleibt.

Ein geknüpftes Band bei einer Bank,
die zum Verweilen einlädt –

ein geheimes Portal,
das Hoffnung trägt:
dass es gefunden wird,
und jemand sich damit verbunden fühlt.

Adresse

Bad Dürrenberg
06231

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