31/03/2022
Projekt: "Tiere mit Handicap"
Heute möchte ich euch Argon vorstellen. Denn er ist der eigentliche Grund für mein neues Herzensprojekt und darf natürlich den Anfang machen.
Dass ich euch einen kleinen Einblick in sein Leben geben darf freut mich sehr, denn der Boxer Rüde hatte vor seinem altersbedingten Handicap ein ganz normales Hundeleben.
Er durfte als einer von acht Welpen bei seiner Züchterin aufwachsen und war sowohl in der Zucht, als auch bei Wettkämpfen/Ausstellungen sehr erfolgreich. Argon von der Heldenburg ist also ein richtiger Champion und darf sein stolzes Alter von fast 14 Jahren jetzt durchaus genießen!
Da wir nicht genau wussten, wie viel Zeit uns mit Argon bleibt, nutzten wir den erstbesten Tag, um uns am Chiemsee zu treffen.
Wir hatten die besten Wettervoraussetzungen, die man im Februar haben konnte. Zwar war es recht windig, doch die Sonne ließ sich an diesem Tag nicht aufhalten.
Im Auto wartete Argon brav, bis er in seinen Tragegurt geschnallt wurde. Aufgrund seines Alters sind seine Hinterläufe sehr schwach und zeigen Lahmheiten. Auch hat er seine Bewegungen nicht mehr unter Kontrolle. Doch für Argon ist es kein Problem, wenn Frauchen die Führung übernimmt und er mit uns gemeinsam zum Steg laufen darf.
Am Steg angekommen überwältigten mich ganz kur meine Gefühle. Er sah so zerbrechlich und schwach aus. Sein Gesicht ist eingefallen und sein Blick müde. Auf einem Auge ist er inzwischen Blind und als er so auf dem Steg lag, bekam ich plötzlich Gänsehaut.
Leider fand er unsere Location, bzw. den Steg und das viele Wasser unter ihm etwas beängstigend.
Also fiel unsere Entscheidung auf den Rollstuhl. Dazu musste er erst in die richtige Position gebracht und mit verschiedenen Gurten festgeschnallt werden. Und kaum war er im Rollstuhl fixiert, gab es keinen Halt mehr. Argon war plötzlich wie ausgewechselt und nicht mehr zu bremsen.
Er strahlte so viel Energie aus und war voller Freude. Es war so schön anzusehen, dass ich mich aufs Fotografieren kaum mehr konzentrieren konnte.
Natürlich durfte er im Anschluss eine Pause in seinem Bollerwagen machen, welchen er für längere Ausflüge immer dabei hat. Das sah richtig gemütlich aus. Am liebsten hätte ich mich dazu gelegt.
Leider standen seine Menschen schon einige male vor der Entscheidung, ob sie sich nun endgültig von ihm Verabschieden müssen. Doch Argon zeigt ihnen immer wieder, dass er noch gar nicht vor hat zu gehen. Sein Geist ist fit und seine körperlichen Beschwerden halten ihn nicht davon ab, sein Leben in der Familie zu genießen und mit seinem Lieblingsspielzeug zu spielen. Er mag es sehr, wenn er die maximale Beachtung bekommt und sich alles um ihn dreht und das wird er bis zu diesem einen Tag in vollen Zügen genießen!
Danke Sarah Lena und Heike Pastrik für das wahnsinnig entspannte Shooting und dass ich euren Argon kennenlernen durfte!