24/09/2026
Mut bedeutet für mich NICHT, keine Angst, keinen Respekt und keine Zweifel zu haben. Mut bedeutet für mich, mich davon nicht abhalten zu lassen. Neugierig zu bleiben. Kontrolle auch einmal abzugeben. Der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Und loszugehen, obwohl man noch nicht genau weiß, was daraus entstehen wird.
Das gilt für mich auf Reisen. In meiner Fotografie. Bei kreativen Entscheidungen. Bei Begegnungen. Und eigentlich für das Leben ganz allgemein.
DIE BILDSTRECKE
Die Bilder sind 2025 in der Mongolei entstanden. Wir durften einen Tag mit einer teilnomadisch lebenden Familie verbringen und ihren Alltag miterleben.
Die Familie besitzt unter anderem eine große Pferdeherde, die sie vor allem wegen ihrer Milch und ihres Fleisches hält. Der Sohn ist sehr erfahren darin, die relativ freilebenden Pferde einzufangen und zuzureiten. Sie nannten es „Taming the Horses“. Und genau dabei ist dieses Bild entstanden.
Ich stand mit meiner Kamera und meinem 35 mm Objektiv mitten in der Herde. 35 mm ist mein Standard auf Reisen und bedeutet gleichzeitig: Wenn man mitten im Geschehen sein möchte, muss man nah ran.
Die Pferde liefen rund um mich herum, wurden gejagt und eingefangen. Meine Gefühle waren irgendwo zwischen Faszination, Staunen, Ehrfurcht, Respekt und ziemlich viel Adrenalin.
Das Adrenalin war einerseits der Kraft und Wildheit der Tiere geschuldet, andererseits dem Wissen: Diese Situation passiert genau jetzt. Ich habe diesen einen Moment für dieses Bild.
Mich hat dabei vor allem beeindruckt, wie selbstverständlich der Umgang mit den Pferden ist und wie anders als das, was wir von zu Hause kennen. Viele Pferde in der Mongolei verbringen einen Großteil des Jahres draußen, suchen selbstständig Nahrung und leben in Herden.
Auf unserer Reise haben wir immer wieder große Pferdeherden direkt neben oder auch mal auf der Straße gesehen, ohne unmittelbar sichtbare menschliche Begleitung.
Sidefact: In der Mongolei sollen mehr Pferde als Menschen leben.
WEITER GEHTS IM ERSTEN KOMMENTAR.